M.O.A. Tattoo & Piercing


Direkt zum Seiteninhalt

Bericht 17.06.09

News > Zeitungsberichte

Tätowieren: Diese Kunst geht unter die Haut

ALDINGEN - Körperverletzung durch Kunst? Andreas Katz hat seinem Studio "Mayhem of Art" einen ungewöhnlichen Namen gegeben. Aus dem Rahmen fällt auch die Kunst, welcher der Aldinger nachgeht: Er ist Tätowierer. Seine Leinwand ist der menschliche
Körper.


Harte Punkklänge schallen aus den Boxen in dem Studio an der Mühlstraße. Auf einem Stuhl liegt die Tuttlingerin Nadine Schimmig. Ein wenig erinnert die Situation an einen Zahnarztbesuch - wenn nicht die laute Musik wäre. Und wenn nicht der Mann mit der Nadel ganz andere Zwecke verfolgte.


Andreas Katz ist ein Profi an der Tätowiermaschine. Der gebürtige Österreicher hat im November sein Tattoo-Studio in Aldingen eröffnet. Weitere gibt es in der Region nur in Tuttlingen, Rottweil und Schwenningen. In letzterem hat der 31-Jährige zuvor gearbeitet.


Sein halbes Leben hat er sich der Tätowierkunst verschrieben: "Angefangen hat es mit der Reparatur eines verpfuschten Tattoos", erzählt er. Als Katz 16 Jahre alt war, hatte ihn ein Kollege der Berufsschule in Graz mit einer selbst gebauten Maschine leicht verunstaltet. Der gelernte Tischler stieg ein in die Branche, zeichnete Vorlagen für die Körperbilder. Und er besuchte dermatologische Seminare, um mehr über die Befindlichkeit der Haut zu erfahren.


Nadine Schimmigs Haut ist bereits mit einigen Tätowierungen bedeckt. Heute will sie sich unter dem rechten Arm verschönern lassen - ein Blumenornament soll sich von der Achselhöhle bis zur Leiste ziehen. Katz hat die Motive auf dem Körper vorgezeichnet. Nun setzt er die Tätowiermaschine an. Obwohl sie es gewohnt ist, verzieht die 27-Jährige das Gesicht. "Es ist wie Brennen und Stechen in einem", beschreibt sie den Schmerz. Doch den lässt sie bereitwillig über sich ergehen. "Ich finde Tätowierungen einfach schön."

Florale Ornamente seien sehr beliebt, berichtet Andreas Katz. "Aber keine Rosen wie früher, sondern tropische Blüten." Auch religiöse Motive seien gefragt. Der Nadelkünstler macht Vorschläge, welche Bilder geeignet sind. Er favorisiert japanische Motive. "Ich habe eine gute Menschenkenntnis und sehe, welches Motiv zu welchem Typ passt." Von "abartigen" Wünschen rate er ab: So würde er Hakenkreuze, nach denen bereits gefragt wurde, "niemals machen". Seine Kunden kommen bis aus Furtwangen oder Konstanz nach Aldingen - viele sind Stammkunden. Zwischen 200 und 250 Euro zahlen sie für ein Tattoo.


Auf Nadine Schimmigs Oberkörper nehmen die sternförmigen Blumen allmählich Gestalt an. Mit der Tätowiernadel sticht Andreas Katz zunächst die Außenlinien. Dann wechselt er das Gerät: Mit einer anderen Nadel schafft er die Schattierungen. Nachdem er sein Werk vollendet hat, zieht er eine Frischhaltefolie darüber. "Die bleibt zwei bis sechs Stunden drauf, damit nichts in die Wunde kommt und die Poren Zeit haben, sich zu schließen", erläutert der Tätowierer.


Frauen sind härter im Nehmen
Nadine Schimmig hat das mehrstündige Procedere tapfer überstanden. "Frauen sind härter im Nehmen - Männern sieht man es richtig gut an", sagt Andreas Katz lachend. Er selbst ist überschaubar tätowiert an Armen und Waden. "Als Tätowierer ist es schwierig, jemanden zu finden, der das macht - ich habe hohe Ansprüche." In seiner Heimat Österreich müsse jeder, der ein Studio eröffnet, zuvor eine Prüfung ablegen. "Das sollte in Deutschland auch so sein", sagt er.
"Es gibt viele Hobby-Tätowierer, die keine Ahnung haben."


Startseite | News | Tattoo | Artwork | Piercing | Merchandise | Infomationen | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü